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Sippenhaftung bei der Bewerbung?

image* … die Geschehnisse werden zeitversetzt geposted und sind nicht unbedingt in den letzten drei Monaten passiert. Aus Gründen der Angst vor Klagen aus welchen Gründen auch immer, verzichte ich ihr auf die genaue Nennung von Namen und Unternehmen und wähle stattdessen Buchstaben, die selbstverständlich rein zufällig sind, und jede Ähnlichkeit mit lebenden oder auch agierenden Personen ist Zufall und natürlich gänzlich unbeabsichtigt. Für weiteren Erfahrungsaustausch stehe ich aber sehr gerne telefonisch oder via Email zur Verfügung. *

Nun, es betrug sich, dass ich nach einer Bewerbung meinerseits auf ein verdecktes Inserat eines Unternehmens zu einem Vorstellungsgespräch in neutralen Räumlichkeiten eingeladen, nein, wohl eher, aufgefordert wurde. So saß ich da zum vereinbarten Zeitpunkt bei einem Glas Wasser, mir gegenüber der Geschäftsführer des Unternehmens, eine sehr große, international agierende Bekleidungskette im niedrig-Preis-Sektor mit zwei Buchstaben und einem „und“ dazwischen. Nach anfänglichem Small Talk Geplänkel durfte ich dem Herrn, selbst keines erarbeiteten Titels behaftet, meinen Lebenslauf referieren, den er natürlich vorab nicht eines Blickes gewürdigt hatte, und hörte ihn dann fragen: „Und was macgen Ihre Eltern beruflich?“ Nun muss man wissen, ich bin in einem Alter, in dem man vielleicht zu den wenigen Glücklichen zählt, die noch einen oder gar beide Elternteile haben, was aber durchaus nicht selbstverständlich ist. Höchst erstaunt zögerte ich also einen Augenblick und durch meinen Kopf gingen die üblichen möglichen Antworten, wie: “ meine Mutter war Nutte und starb als ich ganz klein war, mein Vater saß 20 Jahre im Gefängnis, nachdem er meine Mutter im Suff erschlagen hatte“; oder „mein Vater ist der Präsident der russischen Föderation und meine Mutter ist die ehemalige Präsidentin der Ukraine“, was vielleicht mehr Wirkung zeigt, wenn man im Anschluss eine Glock 45 aus der Jacke blitzen lassen kann. Ich entschied mich dann in etwa bei der Realität zu bleiben, wofür ich mich auch nicht genieren muss, war aber doch stocksauer und frug den Herrn postwendend zurück, was denn seine Eltern machen. Er, ebenso erstaunt, stotterte zögerlich herum, und erzählte irgendwas, ich, nicht auf den MUnd gefallen, und erheblich vergnügt durch die unverhoffte Wende in diesem Machtspiel, frug nach und nach und nach und brachte ihn immer mehr in Verlegenheit. Dann, wissend, dass dies niemals ein Job würde, der mich erfüllen könnte, genoss ich meine Überlegenheit und erfreute mich daran, dass er sich sichtlich wandt wie ein Wurm und nicht genug Eier in der Hose hatte, um das Gespräch vorzeitig zu beenden. Dann setzte ich noch eins drauf, gab mich erzürnt, beendete das Gespräch spontan, grüßte kurz und ging flugs.

Fazit: Der Beruf der Eltern hat in einem BEwerbungsprozedere nix verloren. Ich sitze hier für den Job, nicht meine Eltern. Es gibt seit dem mittelalter keine Sippenhaftung mehr. Und: Je unfähiger ein Manager umso mehr abstruse Ideen zur Darstellung der eigenen Größe benötigt er. Das verhält sich so ähnlich wie die Metaffa über die Relation vom besten Stück des Mannes und sein großes Auto …

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Neulich, zum Bewerbungsgespräch …

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docguwein

* … die Geschehnisse werden zeitversetzt geposted und sind nicht unbedingt in den letzten drei Monaten passiert. Aus Gründen der Angst vor Klagen aus welchen Gründen auch immer, verzichte ich ihr auf die genaue Nennung von Namen und Unternehmen und wähle stattdessen Buchstaben, die selbstverständlich rein zufällig sind, und jede Ähnlichkeit mit lebenden oder auch agierenden Personen ist Zufall und natürlich gänzlich unbeabsichtigt. Für weiteren Erfahrungsaustausch stehe ich aber sehr gerne telefonisch oder via Email zur Verfügung. *

Unlängst rief mich ganz zufällig ein mir unbekannter Herr an, er stellte sich als Mag. K. von der A. Personalberatung vor, erzählte mir, er habe mich in seiner Datenbank gefunden und hätte womöglich ein interessantes Jobangebot für mich. Soweit noch nicht  verwunderlich, manchmal rufen mich tatsächlich Headhunter auch ohne mein Zutun an. Er erzählte mir von seinem Jobangebot, ich bekundete mein grundsätzliches Interesse, und flugs, vereinbarten wir einen Termin in einem Schloss-Hotel-Cafe in Wien-Hietzing. Das ist auch noch nicht merkwürdig, Headhunter treffen sich -manchmal sogar auf Wunsch des Kandidaten- schon mal mit ihren Opfern in einem Lokal, um von keinem Arbeitskollegen erkannt zu werden. Weder Kollegen von dem einen, noch von dem anderen. Das ist zwar ein wenig enervierend, aber man darf sich das nicht wie ein klassisches Jobinterview vorstellen, sondern mehr wie einen Plausch, bei dem beide Seiten ihre Ware anpreisen, der eine einen Job, der andere seine Person als Gesamtpaket. Schließlich geht es bei solchen Gesprächen fast immer um sehr viel Geld.

So saß ich dort vor 10 Minuten vor dem vereinbarten Zeitpunkt, orderte einen Cafe, Sekt schickt sich nicht bei sowas, und wartete. Kurz vor dem vereinbarten Zeitpunkt rief mich Herr K. von A. an und frug mich, ob es möglich sei, den Termin zu verschieben, es sei ihm was ganz dringendes Unaufschiebbares dazwischen gekommen. Nun ja, ich log, es würde mir selbstverständlich nix ausmachen, sowas kann immer mal passieren, aber, so log ich weiter, ich wäre demnächst länger auf Dienstreise und daher ganz schwer zu erreichen, geschweige denn zu treffen. Gut, meinte Herr K, von A., dann komme er doch gleich, ich möge entschuldigen, er würde sich 20 Minuten verspäten.

Nun, so wartete ich weitere 20 Minuten, orderte einen weiteren Cafe und zwei Wasser, Sekt hielt ich immer noch nicht für angebracht, dann kam er endlich, war unglaublich freundlich, höflich und zuvorkommend, ein sehr fescher Mann, und entschuldigte sich tausend Mal. Ich frug nach der Job Description der Vakanz, er meinte allerdings, sowas hätte er nicht, schilderte mir den Job in schlichten Sätzen und das Unternehmen in den schillerndsten Farben. Und erwähnte am Rande, für die Position sei eine Relocation nach Steiermark in Kauf zu nehmen. Jedoch, dies schreckte mich nicht, so begann er, ein paar Details aus meinem Werdegang ab zu fragen, blickte nach weiteren 20 Minuten sehr auffällig auf die Uhr, entschuldigte sich, rief den Kellner, bezahlte meine gesamte Konsumation und verabschiedete sich eiligst.

Und ward nicht mehr gehört. Herr Mag.K. von der Personalberatung A. hat sich nie wieder gemeldet, auf meine Nachfrage per Email kam keine Antwort, auf meine Nachricht auf seiner Box kein Rückruf.

Sicher keine Berater, den ich beauftragen werde. Wenn der meine künftigen oder beinahe- Mitarbeiter so ignorant behandelt, fürchte ich um meinen guten Ruf und den meines Arbeitgebers. Aber glücklicherweise gibt es ja Personalberater wie Sand am Meer …

[docguwein]

 

 

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